I’m writing in German, so sorry!

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21.10.2016

Kurzer Auszug aus meinem Roman “Ran”

Ran, mir ist nicht gut, ich sitz seit 2 Tagen auf dem Bürostuhl mit dem geschmirgelten Bezug und versuche, mein Herzrasen zu ignorieren, das Zittern meiner Hände, mit denen ich 3 Bilder zeichne, alle ungenau, alle fast schwarz, alles ausgemalt, weil es ja Albträume waren, wer hat schon Albträume, in denen es rosa und pastelllila ist. Es ist kalt, ich friere, aber das Zittern – halte mir die Hände vor die Nase und atme, bis mir der Kopf schwirrt wie bei den Auto-Events, die ich immer texte: Super krasses Motorpower-Erlebnis mit dem Ferrari 360 F1 Spider, Hubraummonster undwasichmirsoausdenke. Dröhne mich voll mit Japanese Progressive Rock auf Lautstärke 95%, höre meine Oma im Ohr, dass ich mir die Ohren versaue, aber sie sind schon von den lauten Konzerten damals im AWO versaut, haben wir doch alle nicht ernst genommen, dass wir uns da Watte hätten reinstecken sollen. Waren wir zu cool für. Nicht wir – die anderen. Ich wollte nur mitlaufen und übers Haar gestreichelt werden und gelobt und all das, aber ich wär mit Watte im Ohr sicher das gleiche Außenseiti gewesen wie ohne. Muss pinkeln, will nicht, zittere auf dem Stuhl. Ran, ich bin flatterig, warte, ich schick dir ein Video davon (das ich dann in der letzten Sekunde vor dem Senden doch wieder lösche). Ich will dir eigentlich auch übers Haar streichen und dir schöne Worte sagen, aber du weißt, wie es ist. Mach ich lieber noch einen Horror-Anime an, der mir an vielen Stellen wieder nicht passt, aber trotzdem spannend ist, weil es ja Horror ist, ne? Reiße mir die Lippe auf, weiß nicht, wo diese Fetzen immer herkommen tbh, will lieber nicht in die Google Bildersuche, habe da schon unangenehme Sachen gesehen, angefangen von – sorry, abgeschweift, kann sowieso nicht lange schreiben, bin ungeduldig, will die ganze Nacht aufbleiben und Zeug machen und niemanden sehen, niemandes Buchstaben lesen, schaffe das nicht mit der Internetabstinenz, will es auch nicht, dann doch, dann nicht, rasiere mir im Winter immer spontan die Haare ab LOL

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23.01.2016

Ich kann nicht abhauen, weil draußen Winter ist (Part I)

Ich bin bei dir und dein Kumpel, von dem ich nicht weiß, was er hier soll, sitzt manspreading-like im Sessel, redet die ganze Zeit Zeug, das an mir vorbeirauscht — ein nicht enden wollendes Hintergrundgeräusch. Du sitzt neben mir auf dem Stuhl und wirkst abwesend. Ich lieg auf der Couch wie mein Opi früher im Drehsessel, den Kopf schon fast auf der Sitzfläche, der Arsch hängt in der Luft, der Rücken eine Brücke. Ich bin am Handy und tweete die ganze Zeit, was mache ich hier, warum bin ich hergekommen, warum haue ich nicht ab. Ich kann nicht abhauen, weil draußen Winter ist. Es liegt Schnee und ich kenn mich nicht aus.

Noch anderthalb Stunden.

Dein Kumpel redet immer noch. Zwischendurch hat er mein Cap gedisst oder war es nur eine Erinnerung. Ich bin in meine Parallelwelt geflüchtet und habe mich der Mathematik gewidmet, von der ich so ungefähr zero verstehe. Aber ich kann ein bisschen Kopfrechnen. Anderthalb Stunden minus 3 Minuten sind 87 Minuten, 8 und 7 sind Zahlen I like, aber ich weiß nicht warum, die 8 hat so einen guten Schwung drin, und es gibt so ein cooles Smiley damit ( 8) ), und ja, die 7 mag ich nur ohne den Strich in der Mitte, sie hat so eine bequeme Haltung, erinnert mich an mich selbst auf Partys oder so.

Hey, bist du noch da, sagst du, und legst dabei leicht deine Hand auf meine Schulter. Ich schüttele den Kopf, ja, ja, ich bin noch da, und schüttele nochmals den Kopf, um den Rest der Zahlen aus meinem Kopf zu vertreiben. Ich lächle gezwungen. Merkst du es? Aber es ist auch nicht von großer Bedeutung. Dein Kumpel hält für kurze Zeit die Fresse — wie angenehm. Ich atme etwas zu tief aus. Du schaust fragend, da hören wir einen Schlüssel, der sich im Türschloss dreht. Deine Eltern kommen. Ist es schon soweit, dass ich zum Bahnhof muss. Ich hatte gehofft, dein Kumpel würde sich verpissen und wir könnten noch usw.

Deine Eltern kommen ins Zimmer, dein Vater trägt eine hellbraun karierte Baskenmütze, deine Mutter einen spießigen Mantel — bitte entschuldige. Sie haben eingekauft. Hallo!, und gehen in die Küche. Du gehst mit. Ich ignoriere den Kumpel, lege mich seitlich auf die Couch, deck mich zu. Du kommst aus der Küche, es gibt Abendessen, komm. Ich setz mich auf, die Einrichtung ist so ugly, so DDR-Interieur mit schwerer Schrankwand und eklig matschfarbenen Möbeln. Ich muss laut lachen und sehe aus wie dieses Smiley xD. Deine Eltern decken noch den Tisch und jetzt verabschiedet sich endlich dein Kumpel — super. Ich hab keine Lust auf dieses Abendessen. Es gibt Mischbrot und saure Gurken und so Schmelzkäse und Wurst zum Schneiden (not vegan of course). Ich rümpf ein bisschen die Nase, unabsichtlich. Checke das Handy. Noch 64 Minuten.

Komm, nimm dir, sagen deine Eltern fast synchron. Ich und mein Kopfschütteln, aber es bedeutet Nein. Willst du auf mein Zimmer gehen, fragst du. Ich nicke. Wir stehen auf und gehen. Die Eltern sind gleichgültig.

Dein Zimmer sieht anders aus, als ich gedacht hab. Jetzt frage ich mich aber doch, warum du noch bei deinen Eltern wohnst. Darüber haben wir nie gesprochen. Aber du wirst schon deine Gründe haben, nicht mein Business. Es ist ein bisschen unaufgeräumt, überall steht Geschirr, so viel Geschirr hab ich gar nicht zu Hause, wie hier steht. Wir setzen uns ans Fenster und schauen raus. Da steht dein Kumpel vorm Haus und baut eine grinsende Schneeperson. Wir winken und lachen. Kurz hab ich Angst, dass er wieder zurückkommt und mich/uns volllabert, aber er winkt nur und geht zum Bus.

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01.10.2014

Schokoladenfolie

K und ich sind viel zu Fuß gegangen – immer. Neue Updates verfügbar. Ich klicks weg, da taucht ein Bild auf, es muss vier Jahre alt sein, kalt, wir beide in Mützen und Schals. Ich hab meine Hand um die Schultern gelegt, dunkelblauer Nagellack. Ich steh im Mittelpunkt, komisch. Am Ende lächeln alle, ich auch, ich hab üblichweise geschwitzt in meinem Body. Der Hipster bietet mir wieder Geld, will meine Armut ausnutzen, aber ich lehne ab. Ich muss nicht alles annehmen, nur weil ich der Wohnungsgenossenschaft Miete zahlen, der GEZ für 2013 noch alle Beiträge überweisen, der Freundin noch den Hunni zurückgeben muss undsoweiter. Ich sag: rare free time. Und vielleicht ist die gar nicht so rare, ich nutze sie nur sehr schlecht. Küsse auf den Hals, auf die Wange. Favourites. Ab heute kann ich in die Bahn steigen, und ich überlege seit gestern, diesen Post zu machen: ich kann wieder Bahn fahren – irgendwas, woran ich denken/erinnert werden sollte? Aber ich lasse es, will mich selbst wieder erinnern. Immerhin habe ich erfahren, dass die Heizungen an sind – im goldenen September bei 22°. Wtf. Manchmal, wenn ich K zur Bahn gebracht habe, spähte ich durch die Fenster, es war ja immer Licht an, und dachte, ja, stimmt. In der Bahn biste ausgeliefert. Ich war mal in der Bahn, da hat mir am Ostkreuz so ein Ekelpaket auf den Arsch geklatscht – das ist die Bahn. Ich war mal an nem U-Bahnhof, da saß ich und wartete und dann kamen Jungs und setzten sich neben mich und der eine legte den Arm um meine Schultern und machte imaginäre Küsse in mein Gesicht, da lief ich weg, ich hatte hohe Absätze, das weiß ich noch, konnte noch nie gehen auf den Dingern. Da schrien sie hinter mir her, ich weiß schon nicht mehr. Im Club war es heiß, alles schwitzte, wärmster März ever. K und ich haben uns immer im März gesehen, seit fünf Jahren, und im September auch, und noch in anderen Monaten. Hinter der Tafel mit dem Mond war noch ein Raum, blaue Plastiksäcke auf schwarzen Stühlen und runde Tische – ich mag auch nicht gern runde Tische, aber ich kann trotzdem dran sitzen. An runden Tischen kann man das Buch nicht genau in die Ecke reinlegen und den Laptop nicht soundsoviele Zentimeter vom Tischrand entfernt parallel hinstellen, das nervt. Ich war lang nicht im Café, ich bin träge geworden, die ganze Zeit stehen und freundliche Gesichter ziehen, gern helf ich Ihnen, aber ja, ich kann auch Schilder aufhängen, hier ist dies und hier ist das, kommt nicht gut, ich muss immer nachfragen, Entscheidungsgewalt hab ich nur zu Haus, zu Haus ist da, wo die Goldfolie hängt, eine gigantische Schokoladenfolie.

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03.08.2014

Auszug aus meinem 3. Roman. Für Opi. (15.10.1931-03.08.2014)

Cass: Gestern hab ich zwei Kräne beobachtet im Donner und Blitz. Da flogen die Spatzen in Massen und ich versuchte immer, genau dieses Foto zu knipsen, wo so ein Schwarm zu sehen ist, aber ich war zu langsam, die Kamera aus dem Rucksack zu ziehen und da saßen sie schon alle und wechselten nur noch vereinzelt die Positionen. Ich harrte aus, bestimmt 25 Minuten, aber das Gewitter kam und kam nicht, es war weit weg und würde nicht über Alt-Stralau niedergehen und wenn doch, stand ich ja unter dem Baum und das ist gefährlich. Die Spatzen warteten auf das Prasseln. Je mehr Zeit verging, desto mehr Angst bekam Cass und entschied sich, wieder aufs Rad zu steigen. Ich muss das ja nicht in die Zeitung bringen. Ich hab das im Kopf, das Bild vom Schwarm. Whatever. Und er stieg aufs Rad und da prasselten die dicken Tropfen auf ihn nieder. In den Halsausschnitt, in die Schuhe. Angenehm, ausnahmsweise, bei 29 Grad find ich alles Nasse angenehm, egal was es ist. Es blitzte hinter ihm und er beeilte sich, nach Hause zu kommen.

Zu Hause: Da war ein Anruf drauf. “Familie” hieß der Apparat am anderen Ende. Cass wusste schon genau Bescheid. Ein Klingeln, ein Abheben, die Stimme ist wackelig, aber nur für jemanden, der sie kennt. Das zweitälteste Familienmitglied ist eingeschlafen. Im weißen Raum, unter weißen Decken, in weißen Kissen. Mit dem Kopf auf dem Ohr, weil das Gesicht in die Sonne zeigen sollte. Die Brille ist noch auf der Nase, mit den Bügeln hinter den Ohren. Wenn der Mensch die Haut hochgezogen hat, das sah aus wie Knete, wie das Stück dort stand am Handgelenk. Du bist ganz nah gekommen und hast gesagt, wir müssen uns immer erkennen. Und das war gruselig, aber du hast dein Versprechen gehalten und ich habe mein Versprechen auch gehalten. In der Sonne hat der Mensch den Kopf nach oben gelegt und die Augen zugemacht. Kleine Schweißperlen bildeten sich, die Fingernägel blau angelaufen. Die Familie rieb die kalten Hände, schau, jetzt wird es warm, nicht wahr. Und der Mensch lächelte, während ich den Schnittlauch sortierte. Dann sackte das Gesicht auf die Brust. So müde.

So müde.

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07.11.2013

Schleudersitz

Wenn diese Geschichte einen Anfang haben soll, dann nur, um sich dem Genre unterzuordnen. Denn nichts geht über das Genre. Aber das ist mir gleich. Ich kann nicht aufhören, auf den Glitter zu starren. Der Glitter funkelt und bringt mir den Regenbogen ins Haus. Es gab mal einen Raum, da sah ich jeden Morgen im Sommer – sofern ich dort war – einen Regenbogen an der Decke. Ich wusste um sein Geheimnis, aber ein Regenbogen ist ein Regenbogen, oder nicht? Nein, an Regentagen war er nicht da, er brauchte die Sonne. Der Mensch unter der Bettdecke war immer ganz warm, als hätte er sich mindestens fünf Wärmflaschen um den Körper gewickelt. Sie waren aber nie so heiß, dass sich jemand hätte verbrennen können. Dieser Mensch hat den Regenbogen selten gesehen, weil er so gern schlief, er schlief so unheimlich gern und lang und tief und entwickelte dabei ganze Welten, dass ich immer staunen musste. Es gab mal eine Geschichte vom Staunen, ich habe Staunen gesagt. Aber ich erinnere mich nicht – typisch. Dieser Mensch war nicht Alfred Issendorf. Obwohl ich Alfred Issendorf bisher nur einmal begegnet bin, weiß ich, dass er einen direkten Einfluss auf mich ausübt. Wie? Aber du erinnerst dich doch gar nicht richtig! Ist das nicht ein Mörder? Das ist nicht sicher. Wenn ich Alfred Issendorf sage, spreche ich nicht vom Tod. Entschuldige, aber woher kennst du Alfred Issendorf? Ein Geraune, ein Geschrei. Dieser Mensch, nennen wir ihn A., dieser Mensch – A. –, dieser einzige Mensch, neben dem ich jemals habe ruhig schlafen können, hatte dunkles Haar, das ihm immer vom Kopf abstand. Er war manchmal schreckhaft und zuckte zusammen und schrie leise oder auch stumm. Da habe ich die Hände rechts und links auf die Schultern gelegt und sie ein bisschen gedrückt, Kuss auf die Stirn, und wir haben gelacht. Einmal haben wir so gelacht, dass wir Taschentücher brauchten, um die Tränen von den Wangen zu wischen. Oder zweimal. Einmal, während ich telefonierte, klingelte es an der Tür, denn ich erwartete ein Paket und hatte deshalb die Klingel auf laut gestellt. Ich unterbrach dafür das letzte Telefongespräch mit diesem Menschen, mit A. Es war auch ganz richtig der Paketmensch, er brachte einen Affen, einen achtundzwanzigjährigen, den ich seit dreizehn Jahren tot gewähnt hatte, weil er nicht aufzufinden gewesen war. Ich nenne ihn B., er hatte einen anderen Namen, aber diesen anderen Namen kann ich unmöglich weiterhin verwenden. Der Mensch, A., hat eigentlich auch einen anderen Namen, aber auch diesen kann ich unmöglich weiterhin verwenden. Jedoch aus anderen Gründen. Oder vielleicht kann ich es doch. Man sagt, man müsse sich Mühe geben. Muss man aber nicht, finde ich. Der Mann schaut – ich finde das eklig, ich hätte gern eine Augenklappe, eh öfter mal. An der Nähmaschine – aber das ist eine andere Geschichte. B. ist sehr freundlich, die ganze Zeit grinst er und winkt, wenn ich das Haus verlasse. Ich verlasse jetzt öfter das Haus, seit einiger Zeit, warum auch nicht. Es gibt Leute, die verlassen nie ihr Haus, und mit denen sympathisiere ich. Der Mann schaut wieder. Ich verlasse auch oft nicht das Haus, es gibt keinen Grund, ich sagte es. Was erzählst du da, das steht doch im völligen Widerspruch zu – wir graben uns immer die Worte ab, warum auch nicht. Keine Diskussion zulassen – auch gut. Ich gehe jetzt unter meine Decke und zieh sie mir über die Ohren. Dir fällt auch nichts mehr ein – stop – du hast die neue Rechtschreibung nicht beachtet – stop – du musst mir nicht mit Ästhetik kommen – stop. Auf welchen Namen hatten wir uns gleich geeinigt? Alfred. A. B. Ach, irgendwas mit A. Und das nur, weil das der erste Buchstabe im Alphabet ist. Wer A sagt – undsoweiter. Hast du Angst? Warum auch nicht? Ich habe doch auch Angst im Zug, obwohl es mein Lieblingsverkehrsmittel ist. Das ist nicht sehr logisch. Und wenn schon. Es gibt Stimmen, die sind seit hunderten von Jahren ein Indiz für… Ist das zu hart? Meinst du wirklich, du willst das so schreiben? Ich finde das sehr misanthropisch. Sehr menschenverachtend. Aber hallo prick, you don’t know me! Ich schicke dich zum ud. Schau dich ruhig um, aber ich helfe nicht. Ich hätte nicht gedacht, dass du solch ein Menschenfeind bist. Aber ich habe doch nur bestimmte Menschen zum Feind – oder nicht? Ich kann die auch gar nicht alle beim Namen nennen. Feind (von althochdeutsch fiant, vint. „Hass“) ist eine Bezeichnung für einen Widersacher[…]. Widersacher ist auch ein sehr schönes Wort. Hast du nicht mal Mittelhochdeutsch gelernt? Aber ja. Die Nibelungensage. Das Narrenschiff. Ach, du bist so ein Scheiß-Bildungsbürger. Na, wenn es dir Spaß macht. Du bist nichts Besseres als diese Hühner da drüben. Oder lass mich überlegen: Doch, natürlich, diese Hühner da drüben sind doch nur ein Haufen Müll. Der Haufen Müll dreht sich am Spieß, die Flügel sind ganz krustig, da ist eine dicke Panade drauf. Dreihundert Pommes für 1,50 €, wieviel kostet dieser Haufen Müll, zwei 1 €, zwei 1 €. Wir mögen die Symbole, nicht wahr? Wir sehen in allem etwas Symbolisches oder mindestens ein Muster. Alte Männer, junge Prolls und Aliens, wie passt das zusammen – sehr gut. Lass dich doch nicht immer so leicht beeinflussen. Aber ich lasse mich ja gar nicht leicht beeinflussen, nicht bei Aliens. Es gibt Sachen, da kannst du noch so oft Entschuldigung sagen, das wirkt einfach nicht, sie werden einfach nicht entschuldigt. Hast du nicht auch mal gedacht, dass wir der Außenwelt eine schöne Welt entgegensetzen könnten, auch wenn sie geheim ist? Wo ist diese Welt? Sie ist abhanden gekommen, ganz unvermittelt. Sie hat Jahre gebraucht, um zu werden, und dann, ganz plötzlich: Weg ist sie. Als hätte jemand eine Glasglocke drübergestülpt. So fühlt man sich nach einer Nacht mit Schlaftablette. Ja, Singular, kein Tippfehler. Die Schlaftablette kann das Gehirn nicht ausschalten, so sehr sie es auch versucht. Das Gehirn kann sich nur selbst ausschalten. Woher willst du das wissen? Ich möchte jetzt nicht mehr diesen Braintalk über mich ergehen lassen, das strengt mich an. Ich habe doch jetzt schon das Telefon über vierzig Minuten am Ohr gehabt, und jetzt sollen es nochmal zwanzig werden, wer will noch, wer hat noch nicht, aber hör mal, ich bin doch völlig leergesaugt, hast du es nicht gehört, wie die letzten Schlucke ausgeschlürft wurden, ich kann mit Buchstaben leider kein Schlürfgeräusch imitieren. Aber ich lege jetzt jedenfalls auf, tschüß. A. – weil es einfach A. ist, obwohl es jemand anders hätte sein müssen – und ich wollten immer auf den Rummel, aber dann haben wir es nur auf einen kleinen geschafft, immerhin, und ich beobachtete ihn ein bisschen durch die Linse, wie er ganz begeistert die Lichter verfolgte. Das ist der Mensch, der den Regenbogen so selten sah. Seitdem sitzen wir auf dem Schleudersitz.